Näheres zum Fachforum Verbundpromotion

Mobilität und Verkehr

Träger: Technische Universität München, Technische Hochschule Ingolstadt, Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

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Energie

Träger: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

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Digitalisierung

Träger: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

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Ressourceneffizienz und Werkstoffe 

Träger: Universität Augsburg, Universität Bayreuth, Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Hochschule für angewandte Wissenschaften Rosenheim

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 Sozialer Wandel

Träger: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, Katholische Stiftungsfachhochschule München

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Gesundheit

Träger: Universität Augsburg, Universität Regensburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm

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Die Verbundpromotion entwickelt die kooperative Promotion weiter: strukturiert, kollegbasiert, transparent

Bayern ist ein herausragender Wissenschaftsstandort und bietet in seiner ausdifferenzierten Hochschullandschaft hervorragende Bedingungen insbesondere auch für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Seit Jahren erhöht die kooperative Promotion, also die gesetzlich verankerte Möglichkeit, HAW-ProfessorInnen an Promotionsverfahren zu beteiligen, die Flexibilität und Durchlässigkeit im bayerischen Hochschulsystem. Mit dem neuen Modell der Verbundpromotion unter dem Dach des Bayerischen Wissenschaftsforums – BayWISS geht Bayern jetzt den nächsten Schritt und entwickelt die kooperative Promotion entscheidend weiter: im Interesse der Promovierenden. Im Unterschied zur traditionellen kooperativen Promotion ist die Verbundpromotion konsequent kollegbasiert, gezielt strukturiert und präzise planbar. Der Weg zur Promotion wird damit durchgängig transparent. Die hohen Qualitätsstandards der Promotion werden neuerlich bekräftigt.

Mobilität und Verkehr – Energie – Digitalisierung – Ressourceneffizienz und Werkstoffe – Sozialer Wandel – Gesundheit

In sechs die Hochschularten übergreifenden, interdisziplinären Verbundkollegs, die entlang des gesamten Fächerspektrums der HAW aufgerichtet sind, nehmen Universitäten und HAW gemeinschaftlich und gleichberechtigt ihre Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seine Karriereplanung innerhalb und außerhalb der Wissenschaft wahr. Für die Promovierenden und die sie betreuenden WissenschaftlerInnen birgt dies erhebliche Vorteile:

  • Die spezifischen Kompetenzen beider Hochschularten werden konsequent zusammengeführt und effizient genutzt.
  • Verschiedene, bislang separierte Netzwerke werden effektiv verknüpft.
  • Neue Verbindungen entstehen.
  • Gemeinsame Initiativen, auch in der durch Drittmittel finanzierten Forschung, werden zielgerichtet auf den Weg gebracht.
  • Der Grundstein für stabile Kooperationen über die einzelne Promotionsbetreuung hinaus wird gelegt.
  • Die Kultur wissenschaftlicher Zusammenarbeit wird gefördert.

Die finanzielle Förderung der Verbundkollegs durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst ermöglicht die fachliche und materielle Unterstützung der Promotionsvorhaben und schafft so hervorragende Rahmenbedingungen für den nächsten Qualifizierungs- und Karriereschritt nach dem herausragenden, promotionsbefähigenden Masterabschluss.

14 Eckpunkte – ein Anspruch

Die bayerischen Hochschulverbünde Universität Bayern e.V. – Bayerische Universitätenkonferenz und Hochschule Bayern e.V. haben in einem gemeinsamen Positionspapier vom 22.06.2015 die Eckpunkte der künftigen Zusammenarbeit von Universitäten und HAW auf dem Gebiet der Promotion definiert. Anhand dieser Eckpunkte sichern die 30 Universitäten und HAW, die das BayWISS tragen, die Qualität der Kooperation zwischen Universitäten und HAW - für die Zukunft der bayerischen Hochschullandschaft.
  1. Die Zusammenarbeit zwischen bayerischen Universitäten und HAW in Verbundpromotionen umfasst das gesamte Fächerspektrum der HAW.
  2. Die Zusammenarbeit der ProfessorInnen der Universitäten und HAW erfolgt auf der Grundlage wissenschaftlicher Kontakte und wird durch das BayWISS bzw. das Fachforum Verbundpromotionen unterstützt. Anreize zur Förderung der Zusammenarbeit werden durch das StMBW etabliert.
  3. Die Universitäten und HAW haben jeweils eine(n) zentrale(n) AnsprechpartnerIn für kooperative Promotionen und Verbundpromotionen benannt. So können die Promotionswege transparent kommuniziert und entsprechend unterstützt werden.
  4. Die Masterabschlüsse von HAW und Universitäten sind gleichwertig und schließen spezielle, lediglich für HAW-AbsolventInnen geltende zusätzliche Leistungsnachweise als Voraussetzung zur Aufnahme in das Promotionsverfahren aus.
  5. Zu Beginn jedes Promotionsvorhabens wird von den BetreuerInnen und der / dem Promovierenden eine Betreuungsvereinbarung abgeschlossen, welche u.a. das Thema, die fachliche Betreuung, die Projektmeilensteine und ggfs. fachliche sowie überfachliche Qualifizierungsmaßnahmen definiert. Als BetreuerIn fungieren gleichberechtigt die beteiligten Universitäts- und HAW-ProfessorInnen.
  6. Die Promovierenden der HAW sind in geeigneter Form in den Wissenschaftsbetrieb und die Forschungsnetzwerke der Hochschulen einzubinden.
  7. Das Promotionsrecht liegt auch bei Verbundpromotionen bei den Universitäten. In den Prüfungskommissionen bzw. Prüfungsausschüssen der Universitäten ist gleichberechtigt jeweils ein/e HAW-ProfessorIn vertreten.
  8. Die betreuenden ProfessorInnen sind gleichberechtigte GutachterInnen und PrüferInnen.
  9. Die jeweils an der Promotion beteiligte HAW ist auf der Promotionsurkunde als Institution präsent. Die Zitationsfähigkeit und wissenschaftliche Verwertbarkeit der Veröffentlichungen im Rahmen der Promotion wird beiden Hochschulen zugerechnet.
  10. Im Doktorgrad wird keine Differenzierung nach der akademischen Herkunft der Promovierenden vorgenommen.
  11. Das Bayerische Modell der Verbundpromotion wird über eine Kooperationsvereinbarung aller bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften etabliert.
  12. Das BayWISS mit dem Fachforum „Verbundpromotionen“ und seinem Lenkungsrat stellt die organisatorische Grundlage bereit.
  13. Die Promotionsordnungen der Universitäten nehmen die Verbundpromotion sowie Eckpunkte für kooperative Promotionen und Verbundpromotionen zeitnah auf. Empfehlungen zur Integration von Verbundpromotionen werden über den Lenkungsrat den Universitäten zur Verfügung gestellt.
  14. Das Modell der Verbundpromotion unterliegt einem jährlichen Monitoring-Verfahren und wird nach fünf Jahren erstmals umfassend evaluiert und ergebnisabhängig fortgesetzt. Es startet zum 1.1.2016.

Die Verbundpromotion setzt ein Signal

Die Verbundpromotion unter dem Dach des BayWISS hat Modellcharakter, auch für das parallel zu ihr weiterhin existierende Format der „traditionellen“ kooperativen Promotion. Die Prinzipien der Parität und der gemeinschaftlich, auf Basis der jeweils spezifischen Kompetenzen, getragenen Verantwortung für den wissenschaftlichen Nachwuchs können durch das Vorbild der Verbundpromotion zu generellen Standards in der Kooperation zwischen Universitäten und HAW auf dem Gebiet der Promotion werden.

Zugleich können die Verbundkollegs und die in ihnen gemeinsam betreuten und vorangetriebenen Projekte das Entstehen weiterer gemeinschaftlich verfolgter Initiativen fördern und so insgesamt das akademische Miteinander der beiden Hochschularten vertiefen und stärken, zum Beispiel auch als Kristallisationspunkte künftiger Verbundvorhaben.