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FAQs: Promovieren – so geht's!

Sind Sie fasziniert von den Möglichkeiten und Herausforderungen in der Wissenschaft?

Wollen Sie sich als Student*in direkt nach dem Studium vertieft der Forschung widmen? Oder sich als Akademiker*in nach einigen Jahren Berufspraxis jetzt noch einmal der Theorie zuwenden? Sie denken über eine Promotion nach – haben aber noch sehr viele Fragen? Dann sind Sie hier richtig! Unsere FAQs geben Ihnen eine erste Orientierungshilfe für die verschiedenen Phasen der Promotion:

Auf jetzt-promovieren.de bekommen Sie Infos, Tipps rund um die Promotion und in den Reportagen zu "I love science" vielfältige Einblicke in den Alltag von BayWISS-Doktorand*innen.

Option Promotion – Ein neuer Lebensabschnitt

Für eine Promotion ist ein sehr guter Hochschulabschluss die wichtigste Voraussetzung. Zumeist wird dabei ein dem Master entsprechender Abschluss benötigt (z.B. Diplom, Magister, Staatsexamen), der an einer Universität, an einer Kunst- bzw. Musikhochschule oder an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschule) erworben wurde.

Besonders qualifizierte Promotionsanwärter*innen können auch mit einem exzellenten Bachelor-Abschluss Zugang zur Promotion erhalten. In sogenannten „Fast-Track-Programmen“ der Universitäten kann man häufig parallel zur Promotion ein Masterstudium absolvieren. Die Kriterien für die besondere Qualifizierung der Bachelor-Absolvent*innen legen die Hochschulen fest und die Zulassung ist häufig mit einer Prüfung verbunden.

Generell ist die Zulassung zur Promotion an bestimmte Modalitäten geknüpft, die in den jeweils geltenden Promotionsordnungen (Punkt 19) der promotionsberechtigten Fakultäten und Fachbereiche deutscher Hochschulen (meist Universitäten, aber es gibt in einigen deutschen Bundesländern auch Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit Promotionsrecht) festgelegt sind. Diese können je nach Fach unterschiedlich ausfallen, sind jedoch häufig mit dem Erreichen einer bestimmten Note des Studienabschlusses (oft mindestens 2,0 bis 2,5) und besonderen Sprachkenntnissen verbunden. In der Regel ist außerdem die fachliche Nähe ihres Promotionsvorhabens zu dem zuvor absolvierten Studium entscheidend. Ist die fachliche Nähe nicht oder nur teilweise erfüllt, kann der Promotionsausschuss die Annahme des Promotionsvorhabens an Auflagen binden, die für die Zulassung zur Promotion zu erfüllen sind (siehe auch Punkt 3), dies gilt grundsätzlich für Studienabschlüsse an Universitäten und an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Dabei kann es sich um Prüfungen in bestimmten promotionsrelevanten Fächern oder die Belegung bestimmter Kurse handeln.

Sind die formalen Voraussetzungen zur Promotion erfüllt, fehlen „nur noch“ ein Promotionsthema (Punkt 12) und wissenschaftliche Betreuer*innen (Punkt 17). Außerdem sollten Sie sich mit dem Ablauf einer Promotion, dem Promotionsverfahren, vertraut machen. Viele Universitäten bieten mittlerweile Beratungen zum Thema Promotion an.

Links zu spezifischen Informationen rund um die Promotion an der Hochschule Ihrer Wahl finden Sie hier.

Sie können sich auch selbst testen, ob eine Promotion für Sie das Richtige ist, z.B. hier.

 

Die Anerkennung internationaler akademischer Abschlüsse für die Zulassung zur Promotion wird von den promotionsführenden Einrichtungen geprüft. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Prinzipiell: Ja! Heute spielt die Art der Hochschule, an der Sie Ihren Abschluss erworben haben, grundsätzlich keine Rolle mehr. Dies gilt aber nicht immer für ältere Titel, wie z.B. das FH-Diplom; hier können ggf. Auflagen oder Eignungsprüfungen für die Zulassung zur Promotion nötig werden. Außerdem entsprechen nicht alle HAW-Studiengänge den Pendants an Universitäten und in manchen Fällen existiert kein Pendant, etwa im Fall des HAW-Studiengangs „Soziale Arbeit“.

Sollte bei der Prüfung auf Promotionseignung durch den Promotionsausschuss bestimmtes Fachwissen vermisst werden, da dies z.B. im Curriculum des HAW-Studiengangs nicht enthalten war, kann das Nachholen dieser Fächer gefordert werden, häufig verbunden mit einer Prüfung im entsprechenden Fach. Bei einer Promotion im Rahmen eines BayWISS-Verbundkollegs (Link auf Promovieren mit BayWISS) wird sichergestellt, dass diese Auflagen auf ein Minimum beschränkt sind. Stellen Sie aber in jedem Fall durch Rücksprachen mit ihren zukünftigen Betreuer*innen sicher, dass Sie mit ihrem fachlich Wissen optimal für die Promotion gerüstet sind und bei Bedarf die Möglichkeit haben an Vorlesungen und Workshops teilzunehmen.

Es lohnt sich die Promotionsordnung (Punkt 19) der promotionsberechtigten Einrichtung (Universität, Fakultät oder Fachbereich) zuvor zu lesen und sich dazu ggf. beraten zu lassen. Wenn Sie bereits wissen wo Sie promovieren wollen, finden Sie hier Links zur promotionsrelevanten Informationen aller deutschen Hochschulen.

Es gibt verschiedene Wege zum Doktortitel: Ob intern am Lehrstuhl, extern neben dem Beruf, in einem strukturierten Promotionsprogramm oder mit einer Individualpromotion – Sie sollten sich vor Beging der Promotion mit allen Optionen und den damit verbundenen Anforderungen vertraut machen!

Der Klassiker ist die interne Promotion, vor allem bei den Naturwissenschaften, bei der man z.B. als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in am Lehrstuhl oder der Fakultät der promotionsführenden Einrichtung angestellt ist, an der auch die Betreuungsperson lehrt und forscht. Eine solche Position kann auch mit Hilfe eines Stipendiums oder über ein Forschungsprojekt finanziert werden. Sollten keine offenen Stellen vorhanden sein, empfiehlt es sich, solche Möglichkeiten bei großem Interesse an einer Promotion gemeinsam mit den wissenschaftlich Betreuenden zu eruieren (siehe auch Punkt 5 zu FInanzierung). Vorteilhaft bei der internen Promotion ist die direkte Einbindung in das promotionsrelevante wissenschaftliche Umfeld und die Möglichkeit, vorhandene Ressourcen für Recherchearbeit und Untersuchungen (z.B. im Labor) nutzen zu können. Außerdem sind die Wege zu Professor*innen und Peers kurz, um Input und Feedback zu erhalten. Häufig wird man neben seiner individuellen Promotionstätigkeit in Forschungs- und Lehraufgaben des Lehrstuhls eingebunden, wobei es z.T. schwierig sein kann, die Balance zwischen Dissertation und Anforderungen der Mitarbeit zu finden.

Als extern Promovierende*r arbeitet und lehrt man nicht an der promotionsführenden Einrichtung, sondern führt einen Beruf aus und arbeitet sozusagen nebenberuflich am Promotionsvorhaben (siehe auch Punkt 6). Dies kann zum Einem dem geschuldet sein, dass keine Stelle als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in zur Verfügung steht und Sie für die Realisierung Ihrer Promotion eine andere Arbeit ergreifen müssen um finanziell abgesichert zu sein. Zum Anderen ist es auch möglich, dass Sie bereits erfolgreich den Berufseinstieg geschafft haben, aber auf eine Promotion nicht verzichten wollen. Die Ein- und Anbindung an das Arbeitsumfeld der Betreuungspersonen und der gegenseitige Austausch ist dabei nicht so eng wie bei einer internen Promotion, was u.U. von Vorteil sein kann. Häufig bieten Arbeitsgruppen-Seminare des Lehrstuhls, Graduiertenprogramm und/oder Doktoranden-Seminare auch externen Promovierenden Plattformen zur Einbindung in das wissenschaftliche Umfeld. Vor allem wenn man nicht auf die Ausstattung des Lehrstuhls bzw. der Fakultät angewiesen ist, wie z.B. in den Geisteswissenschaften häufig der Fall, kann eine externe Promotion sinnvoll sein.

Egal ob intern oder extern, es gilt zu entscheiden, ob man seine Promotion im Rahmen eines strukturierten Doktorandenprogramms absolviert oder als Individualpromotion.

Die Mehrheit der deutschen Promovierenden verfolgen eine Individualpromotion, bei der sie sehr eigenständig in Absprache mit Doktorvater oder Doktormutter an der Dissertation arbeiten. Dies erlaubt eine gewisse Flexibilität und Unabhängigkeit, verlangt aber auch viel Selbstständigkeit und Disziplin. Die Individualpromotion wird an Universitäten häufig durch die Angebote einer Graduiertenschule mit Weiterbildungen und verpflichtenden Veranstaltungen ergänzt. So erhält die Individualpromotion ein gewisses Rahmenprogramm und die fachliche sowie überfachliche Weiterqualifizierung wird sichergestellt. Ein solches Rahmenprogramm bietet BayWISS (Punkt 14) auch kooperativ Promovierenden (Punkt 16) an HAWs, die ebenfalls häufig individuell promovieren und nicht in strukturierte Doktorandenprogramme eingebunden sind. Auch als extern Promovierende*r kann es sinnvoll sein, sich für die Programme der Universitäts- oder fakultätsspezifischen Graduiertenschulen anzumelden (so diese denn zugänglich sind), um den Austausch mit Peers und erfahrenen Forschenden zu ermöglichen. Außerdem gibt es häufig Möglichkeit für Weiterbildungen, um sein eigenes Soft-Skill-Portfolio zu erweitern. Dies ist natürlich mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden, der abgewogen werden sollte.

Obwohl die Individualpromotion in Deutschland noch überwiegt, bieten immer mehr Universitäten und Forschungsförderer strukturierte Promotionsprogramme (Punkt 13) an. Diese sind meist international ausgelegt und werden häufig in Englisch angeboten. Bei strukturierten Promotionsprogrammen erfolgt die Betreuung der Dissertation häufig durch ein Team aus Professor*innen, Mentor*innen und Peers und die Promotion wird durch ein verpflichtendes Curriculum begleitet. Dabei muss oft eine bestimmte Anzahl an Credit Points gesammelt werden, z.B. durch die Teilnahme an Seminaren und Workshops und das Kommunizieren der eigenen Forschung (z.B. durch Vorträge oder Poster auf Konferenzen), bevor die Dissertation abgeschlossen werden kann. Dies erlaubt eine sehr strukturierte Arbeit an der Promotion, begleitet von zielführenden Weiterbildungsmöglichkeiten und einer intensiven Betreuung. Dies ermöglicht relativ kurze Promotionsdauern (Punkt 22) von 3 bis max. 5 Jahren. Mehr Informationen zu strukturierten Promotionsprogrammen finden Sie hier.

Über welchen Weg man zum Doktortitel gelangt, ist eine individuelle Entscheidung, richtet sich aber auch oft nach den Gegebenheiten, die an Universität bzw. Forschungseinrichtung, an der man promovieren will, geboten werden. Daher lohnt es sich, die promotionsführende Einrichtung mit Bedacht auch danach auszuwählen, ob das dortige Angebot zur Promotion auch den eigenen individuellen Vorstellungen entspricht.

Neben einem Promotionsstipendium (Eine Übersicht möglicher Stpendien finden Sie hier) gibt es Promotionsstellen in Graduiertenkollegs, innerhalb von Forschungsprojekten oder an Fakultäten.

Für Frauen, die an bayerischen Hochschulen promovieren wollen, gibt es das Stipendienprogramm der Landeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an bayerischen Hochschulen (LaKoF).

Auch über eine Qualifikationsstelle bzw. eine Anstellung an einer Hochschule kann die Finanzierung gestemmt werden. In manchen Fällen ist auch die Ausübung eines Berufes neben der Promotion denkbar (Punkt 6). Wie viel ein*e Doktorand*in bei einer Teilzeitstelle an einer Hochschule verdienen kann, können Sie dieser Übersicht entnehmen.

Wenden Sie sich gerne auch an die Promotionsberatungsstellen und Graduiertenzentren bayerischer Hochschulen für weitere Informationen.

Eine Promotion neben dem Beruf ist möglich. Dennoch sollte der Arbeitsaufwand nicht unterschätzt werden. Daher ist es vor dem Start der Promotion neben dem Beruf sinnvoll, sich einen genauen Zeitplan zu erarbeiten und ggf. mit dem oder der Arbeitgeber*in über mögliche Freiräume zu sprechen. Eine Promotion in den Naturwissenschaften findet zum überwiegenden Teil im Labor statt. Die Experimente, Seminare und Vorträge umfassen schnell mindestens eine komplette 40-Stunden Woche. Eine nebenberufliche Tätigkeit ist in der Regel im naturwissenschaftlichen Bereich nicht möglich, es sei denn das Promotionsthema und die berufliche Tätigkeit liegen thematisch sehr eng beieinander.

Neben den oben genannten fachlichen Voraussetzungen (Punkt 1) sind auch einige bürokratische Dinge zu berücksichtigen und zu erledigen: von der richtigen Krankenversicherung – finanziert man seine Arbeit beispielsweise über ein Stipendium, muss man selbst in die Krankenkasse (siehe Websites der Versicherungen) einzahlen –, über Ihren Bafög-Anspruch, bis hin zu Arbeitslosen- und Wohngeld oder der steuerlichen Absetzbarkeit der Dissertation.

Hier sind noch weitere interessante Links zu dem Thema:

https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Hochschule_und_Forschung/Broschueren_und_Ratgeber/Ratgeber_Sozialversicherung_fuer_Promovierende.pdf

http://www.stipendien-tipps.de/studium/stipendien/steuern-bei-stipendien/

https://doktorandenforum.de/finanzen/krankenversicherung.htm

https://doktorandenforum.de/finanzen/steuer.htm

Eine Promotion ist eine Herausforderung, in die man viel Zeit, Nerven und auch Geld investiert bzw. auf ein bereits mögliches höheres Einkommen verzichtet. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte sich daher keinesfalls nur mit dem Doktorgrad schmücken wollen, sondern ein wirkliches (tiefgreifendes) Interesse an seinem Thema mitbringen. Als Doktorand*in setzt man sich eigenständig mit einer Forschungsfrage auseinander und trägt zum Stand der Forschung in diesem Fachbereich bei. Man lernt, ein langfristig angelegtes, umfassendes Projekt eigenverantwortlich umzusetzen (Siehe Punkt 11). Das sind Fähigkeiten, die im beruflichen und privaten Leben, egal was nach der Promotion folgt, hilfreich sind und persönlichkeitsbildend wirken können – und sie erhöhen die Karrierechancen (Punkt 9).

Die erfolgreiche Promotion ist ein Beleg dafür, dass man neben hohen intellektuellen Fähigkeiten viel Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Gewissenhaftigkeit und Selbstdisziplin mitbringt. Eigenschaften, die Arbeitgeber*innen grundsätzlich schätzen.

Das lässt sich auch statistisch belegen. Die Arbeitslosenquote bei Promovierten beträgt, und zwar kontinuierlich, weniger als zwei Prozent. Das ist ein Ergebnis des „Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs“ 2021. Zudem arbeiten demnach vier von fünf Promovierte ein Jahr nach der Promotion in Vollzeit. Insgesamt haben sie am Arbeitsmarkt sehr gute Beschäftigungsperspektiven, höhere Einkommen als Nicht-Promovierte und sie nehmen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Führungspositionen ein. Allerdings verdient man in den Jahren der Promotion meist deutlich weniger als Freunde, die nach dem Studium nicht promovieren, und hat in der Regel auch weniger Freizeit. In der Entscheidung sollte man diesen Verdienstausfall berücksichtigen, der sich erst nach dem eigenen Einstieg ins Berufsleben wieder aufholen lässt, verbunden mit den oben genannten Beispielen.

Bei einigen beruflichen Zielen ist eine Promotion zwingende Voraussetzung. Etwa für Jene, die als Hochschullehrer*in oder in der Forschung und Entwicklung Karriere machen wollen. Attraktiv ist auch diese Möglichkeit: Mit einer Promotion und fünf Jahren Berufserfahrung kommen Sie für eine Professur an einer HAW infrage. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie hier.

Wie vorteilhaft sich ein Doktortitel in der freien Wirtschaft auswirkt, kann indes von Studienfach zu Studienfach stark variieren. In manchen Bereichen kann sich eine Promotion sogar als weniger hilfreich auswirken, wie diese Übersicht von Academics zeigt.

Eine Entscheidung für eine Promotion wirkt sich unmittelbar auf die nächsten Lebensjahre aus – und mittelbar auch auf die Jahre danach. Denn nach dem Erreichen des Doktorgrades muss man einiges an Zeit und Energie für den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben investieren. Es gibt aber die Möglichkeit, die Familienplanung während der Promotion anzugehen, so dass während der Phase des Berufseinstiegs die Kinder dem Säuglings- oder Kleinkinderalter bereits entwachsen sind. Die Vereinbarkeit einer Promotion mit der Elternrolle ist freilich auch vom Fach abhängig, gerade in naturwissenschaftlichen Fächern mit wenig Flexibilität und langen Laborzeiten ist sicherlich die Unterstützung durch ein belastbares größeres Netzwerk bei der Familienarbeit nötig. Das Bayerische Wissenschaftsforum unterstützt Eltern während ihrer Promotion. Mehr Informationen finden Sie in dieser Übersicht.

Konkret werden – Entscheidung für ein Promotionsprojekt

Wer die Doktorwürde erlangen will, muss während der Promotion die Fähigkeit zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit unter Beweis stellen. Dies ist verbunden mit der intensiven Auseinandersetzung mit einer speziellen Forschungsfrage und der Erarbeitung neuer Erkenntnisse, die zuvor nicht vorlagen. Können Sie sich vorstellen, über mehrere Jahre hinweg an einem Forschungsthema zu arbeiten und haben Sie Freude an innovativer, selbstständiger, wissenschaftlicher Arbeit im akademischen Umfeld? Dann könnte die Promotion der richtige Weg sein. Testen Sie sich selbst auf dem Portal von Academics.

Ihre Arbeit soll einen Erkenntnisgewinn ermöglichen und fachliche Relevanz besitzen. Sie sollten sich vor allem auch selbst für das Thema begeistern können, denn Ihre Gedanken werden in den nächsten Jahren viel darum kreisen.

Welche Interessen haben Sie? Welche Fragestellung interessiert Sie brennend? Welche Fachgebiete haben Sie im Studium oder in Ihrer Abschlussarbeit am meisten fasziniert? Die Beantwortung dieser Fragen hilft Ihnen ebenso bei der Entscheidung wie auch das Sichten der neuesten Literatur zum favorisierten Themengebiet. Es empfiehlt sich zudem, nach Arbeitsgruppen zu suchen, die im eigenen Interessensgebiet Fragestellungen bearbeiten. Es ist wichtig, gleich zu Beginn eine überzeugende, konkrete Leitfrage zu entwickeln, an deren Beantwortung Sie sich orientieren – und die Ihnen hilft, sich nicht zu verzetteln. Die Fähigkeit, ein Thema klug und pragmatisch eingrenzen zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Promotion. Am besten beginnen Sie, indem Sie den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dem Forschungsthema, für das Sie brennen, recherchieren (siehe auch Punkt 26, zu Literaturrecherche). Dabei werden Sie die Lücken finden, die Sie in ihrer Promotion füllen und bearbeiten können.

Informationen über strukturierte Doktorandenprogramme finden Sie direkt über die Universitäten, die Graduiertenkollegs oder über außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Sie können sich dazu an die Zentrale Studienberatung oder die „Graduate Center“ der Hochschulen wenden. Die Adressen dazu finden Sie über den Hochschulkompass. Gerne liefern Ihnen auch die Promotionsberatungsstellen und Graduiertenzentren der bayerischen Universitäten und HAWs weitere Informationen.

Für Graduiertenkollegs und Nachwuchsforschungsgruppen können Sie sich auch bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) informieren, bei der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft sowie den Max Planck Schools.

Wie oben dargelegt (siehe Punkt 4 zu Wege der Promotion), können Sie auch als wissenschaftliche*r Angestellte*r an Hochschulen arbeiten, Ihre Promotion an einem Forschungsinstitut, in der Wirtschaft oder Industrie oder nebenberuflich absolvieren. International ausgeschriebene Promotionsstellen finden Sie zum Beispiel beim Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz oder auf der Seite des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes.

Eine Verbundpromotion im Rahmen des Bayerischen Wissenschaftsforums - BayWISS ist eine Weiterentwicklung der kooperativen Promotion. Das Promotionsprojekt wird von einem Betreuer*innentandem an je einer bayerischen Universität und HAW begleitet. Hier finden Sie ausführliche Informationen zu Promotion mit BayWISS. Das BayWISS-Fachforum Verbundpromotion des Bayerischen Wissenschaftsforums – BayWISS neue Maßstäbe für kooperative Promotionen. Die Verbundpromotion ist strukturiert, planbar und transparent; die hohen Qualitätsstandards der Promotion werden dabei bekräftigt. Die aktuell elf themenspezifischen BayWISS-Verbundkollegs sind Plattformen und Netzwerke für junge und erfahrene Forscher*innen und stärken die Kultur des wissenschaftlichen Austauschs zwischen bayerischen HAWs und Universitäten.

Dies ist möglich, jedoch haben die meisten HAWs in Deutschland kein eigenes Promotionsrecht. Dennoch kann die Promotion in Zusammenarbeit mit Universitäten durchgeführt werden, im Rahmen einer kooperativen Promotion. Die wissenschaftliche Arbeit ist dabei meist an der HAW verortet und wird dort durch eine*n wissenschaftliche*n Betreuer*in (meist Professor*in im entsprechenden Fachgebiet an der HAW) begleitet. Um zu promovieren bedarf es einer zusätzlichen Betreuungsperson an der Universität, an der Ihr Promotionsvorhaben zugelassen werden soll. Wie Sie eine geeignete Betreungsperson an der Universität (oder generell) finden, können Sie hier (Punkt 16) nachlesen. Dies bietet Ihnen ein Tandem aus HAW- und Universitäts-Betreuer*innen und zugleich spannende Einblicke in die typischerweise praxisnahe Forschung der HAW und die grundlagenorientierte Forschung der Universität. Die HAW-Professor*innen treten dabei gemeinsam mit den Universitäts-Professor*innen gemeinsam als Betreuer, Gutachter und Prüfer auf. Zu BayWISS-Verbundpromotion siehe Punkt 14.

 

Die Mehrheit der Promovierenden in Deutschland führen ihr Promotionsvorhaben an einer Universität unter Betreuung einer/eines Universitäts-Professorin/Professors durch. Es ist jedoch auch möglich an einer HAW zu promovieren (siehe Punkt 15), mit Betreuung durch Uni- sowie HAW-Profs.

Die Datenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes bietet Ihnen eine Auswahl an Promotionsmöglichkeiten an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Die Technische Universität München hält für Promotionsinteressierte einen guten Leitfaden bereit, wie man eine Betreuungsperson findet: „Finding a Supervisor“.

Weitere nützliche Informationen darüber, wie Sie eine Betreuungsperson für ihr Promotionsprojekt finden, geben auch die Seiten von Academics und Research in Germany.

Wenn Sie eine Person als geeignet identifiziert haben, befragen Sie ruhig auch deren aktuelle Promovierende nach ihren Erfahrungen mit ihrer Doktorvater oder ihrer Doktormutter, um herauszufinden, ob Sie eine gute Betreuung erwarten können.

Ein Tipp: Schreiben Sie ein kurzes Exposé (Punkt 17) als Abriss des Promotionsvorhabens, um Ihre*n gewünschte Betreuer*in von sich zu überzeugen; das gilt vor allem für HAW-Absolvent*innen, die eine externe Universitätsbetreuung anstreben. Das Papier sollte nicht zu lang sein, da Professor*innen wenig Zeit haben. Bei ausgeschriebenen Promotionsstellen ist kein Exposé nötig, da die Hypothese oder die Aufgabenstellung bereits klar definiert sind.

In einem wissenschaftlichen Exposé, oder auch einer Denkschrift, wird eine bestimmte Forschungsfrage dargestellt und der Stand des Wissens auf diesem Forschungsgebiet zusammengefasst. Zudem wird ein Plan dargelegt, wie die eigene Forschung neue Erkenntnisse erreichen kann und so zur Lösung der benannten Forschungsfrage beiträgt. Mit dem Exposé legen Sie die Basis für Ihre Promotion. Sie formulieren eine Hypothese, die Sie im Rahmen Ihrer Promotion belegen (oder im Extremfall widerlegen) sollen. Mit einem Exposé überzeugen Sie nicht nur Ihre*n Betreuer*in, Sie strukturieren zugleich Ihr Vorhaben für sich selbst und legen sich einen Fahrplan an (siehe Punkt 24, strukutrieren der Promotion). Wenn Sie sich für ein Promotionsstipendium bewerben, müssen Sie zudem meist ebenfalls ein Exposé vorlegen. Häufig wird ein Exposé auch für den Antrag auf Zulassung zur Promotion verlangt und ist somit zentraler Bestandteil ihres Promotionsbeginns. Hier finden Sie wertvolle Tipps für die Erstellung eines Exposés.

 

Ablauf und Voraussetzungen eines Promotionsverfahrens sowie alle Rahmenbedingungen der Promotion werden in einer Promotionsordnung festgelegt. Viele Hochschulen haben zusätzlich eigene Rahmenpromotionsordnungen. Die jeweils aktuelle Promotionsordnung finden Sie auf den Seiten zu Promotion der Hochschulen und Fakultäten.

Hier finden Sie Links zu den Promotionsordnungen aller deutschen Hochschulen.

Das ist eine Vereinbarung, die Promovierende mit ihren Betreuer*innen abschließen, um sich transparent über die grundsätzlichen Rahmenbedingungen des Promotionsprozesses zu einigen und diese verbindlich festzulegen. Hier sehen Sie ein Beispiel für eine BayWISS-Betreuungsvereinbarung (BayWISS-Verbundkolleg Life Science & Grüne Technologien).

Außerdem sollten Sie einen Arbeitsplan für den Verlauf ihrer Promotion erarbeiten, am besten gemeinsam mit Ihrer/Ihrem Betreuer*in. Hier helfen Ihnen Methoden des Projektmanagements (Punkt 24), wie z.B. das Festlegen von Checkpoints und regelmäßigen Feedbackgesprächen mit der Betreuungsperson.

Nach der Zulassung zur Promotion immatrikulieren sich Doktorand*innen als Promotionsstudierende (viele Universitäten setzen eine Mindestdauer der Immatrikulation voraus, etwa sechs Semester; informieren Sie sich an der betreffenden Universität). Damit können, ähnlich wie bei Student*innen, Vergünstigungen und Vorteile wie ein Semesterticket, ermäßigte Eintrittspreise oder ermäßigte Preise für Software-Lizenzen verbunden sein. Informieren Sie sich dazu an der Universität, an der Sie promovieren möchten.

Manche Stiftungen, die Stipendien (siehe auch Punkt 5 zu Finanzierung) vergeben, setzen eine Immatrikulation als Promotionsstudierende*r voraus.

Gut anfangen – Organisation und Planung

Laut einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die Ende März 2021 veröffentlicht wurde, dauert eine Doktorarbeit in koordinierten, strukturierten Programmen in Deutschland im Durchschnitt gut vier Jahre, auch fünf Jahre sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Die Dauer einer Promotion variiert von Studienfach zu Studienfach und wird von einer Kombination verschiedener Faktoren beeinflusst. Eine Einschätzung finden Sie z.B. hier.

Die meisten Doktorand*innen in Deutschland erarbeiten (noch) eine Monographie, sprich: Am Ende veröffentlichen sie einen einzelnen Text, der je nach Fachgebiet rund 100 oder auch mehrere hundert Seiten lang sein kann. Insbesondere in der Medizin sind Doktorarbeiten meist deutlich kürzer und nehmen deutlich weniger Zeit in Anspruch. In den Naturwissenschaften, aber auch zunehmend in den Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften wiederum besteht die Promotion häufig aus der Arbeit im Labor und der Auswertung von Versuchen, weshalb es hier auch die Möglichkeit einer kumulativen Promotion gibt (siehe auch Punkt 23). Statt einer vollständigen Arbeit, die in Buchform veröffentlicht wird, werden Teilergebnisse der Forschung als Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften publiziert.

Grundsätzlich sollte man beachten, dass eine Dissertation wissenschaftlich und zeitlich deutlich anspruchsvoller als etwa eine Masterarbeit ist – nicht nur, was den Umfang betrifft. Man ist über einen langen Zeitraum hinweg (siehe auch Punkt 21) mit einem hohen Leistungsdruck, möglichen Selbstzweifeln, Durststrecken und ggf. auch finanziellen Engpässen konfrontiert.

Die Ergebnisse, die man im Laufe seiner Promotion erarbeitet, können als ein Gesamtwerk (Monographie) oder durch mehrere Publikationen kumulativ veröffentlicht werden. Hierbei gilt es von vornherein Missverständnisse zu vermeiden, indem man die Vorgaben der jeweils geltenden Promotionsordnung (Punkt 18) genau beleuchtet. So kann z.B. auch für das Einreichen einer Monografie in der Promotionsordnung mind. eine peer-reviewed Publikation (eine begutachtete Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift) als Voraussetzung verlangt werden. Und auch eine kumulative Promotion bedeutet meist das Verfassen einer Dissertationsschrift, die den Teilpublikationen durch Einleitung, Überleitung und Fazit einen Rahmen gibt. Die Art der Disserationsschrift richtet sich dabei meist nach den Eigenheiten der fachspezifischen Forschungsarbeit. Empirisch erhobene Daten werden oft kumulativ veröffentlicht, wohingegen die kritische Beleuchtung eines speziellen Themas, wie in den Geisteswissenschaften typisch, oft als Monografie verfasst wird. Ein ausführliches Für- und Wieder von Monografie und kumulativer Dissertation finden Sie z.B. hier.

Durchhalten – Der Prozess

Es sich empfiehlt sich von Anfang einen strukturierten Plan für die Promotion zu erstellen. Eine Promotion kann man streng genommen wie ein Projekt betrachten: Sie haben ein formuliertes Ziel (aus dem Exposé), Sie haben einen definierten Anfangspunkt und einen vorgeschlagenen Endpunkt (oft im Zusammenhang mit der Finanzierung einer Stelle verbunden). Mit diesen Daten können Sie jetzt einen Arbeitsplan erstellen, in dem Sie verschiedene Arbeitsschritte in zeitlicher Abfolge definieren. Dabei werden Sie feststellen dass Ihnen dies für die Arbeiten in naher Zukunft besser gelingt als für die Arbeiten in weiterer Zukunft. Dies liegt daran, dass man im Allgemeinen die Ergebnisse seiner Arbeit umso ungenauer vorhersagen kann, je weiter sie in der Zukunft liegen. Die Arbeitsplanung wiederum beruht auf dem Vorhandensein bestimmter Ergebnisse. Deswegen planen Sie bei der Projektplanung in regelmäßigen Abständen Meilensteine ein, die am Besten zeitlich mit den Abstimmungsgesprächen zwischen Ihnen und Ihren Betreuern abgestimmt sind.

Bei diesen Meilensteinen sollten Sie den Iststand Ihrer Arbeit mit dem geplanten Stand vergleichen und bei Abweichungen unter Absprache mit Ihren Betreuern Anpassungen an den Inhalten der Promotion vornehmen. Durch diese ständige Kontrolle Ihrer Arbeit erreichen Sie eine Struktur in der Promotion, die Sie im Normafall vor Überraschungen beim Erstellen der Promotion bewahrt.

Für die Strukturierung und Planung stehen unterschiedlichste Werkzeuge zur Verfügung. Diese reichen von Zeitplänen wie Gantt-Diagrammen über Kanban-Boards hin zu SCRUMM-Planungen. Welche Planungstools Sie verwenden, bleibt im Wesentlichen Ihnen überlassen, aber wahrscheinlich gibt es bei Ihrer Promotionsstelle schon Erfahrungen mit bestimmten Tools.

Hier zwei  weiterführende Links:

https://www.uni-frankfurt.de/76707336/QZP_Broschu_re_Promotion_bewusst_entscheiden_und_gut_starten.pdf

https://studi-lektor.de/tipps/promotion/dissertation-zeitplanung.html

Eine umfangreiche Literaturrecherche steht gleich am Anfang Ihrer Arbeit. Denn Sie müssen den letzten Stand der Literatur zu Ihrem Thema kennen, auch um im (etwaigen) Exposé (Punkt 17) kurz und später in Ihrer Arbeit ausführlich darlegen zu können, worauf Ihre Arbeit aufbauen und warum diese neue Erkenntnisse liefern kann. Eine gute Anregung kommt aus dem Doktorandenforum zum Thema: „In allen Universitätsbibliotheken gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihnen für die Literaturrecherche wertvolle Tipps geben. Auch wenn man dazu evtl. einen Termin vereinbaren und vielleicht sogar eine Schutzgebühr zahlen muss: Bibliothekar*innen haben ein mehrjähriges Hochschulstudium absolviert, nur um Ihnen den besten Weg zu Ihrer Literatur zu zeigen. Nutzen Sie dieses geballte Fachwissen!“.

Zudem ist es ratsam, von Beginn an auch ein durchdachtes Datenmanagementsytem und eine Literaturdatenbank zu nutzen. Wichtig: Zitieren Sie von Anfang an richtig! Die LMU München bietet z. B. einen guten Überblick zur richtigen Zitierweise

Schreiben Sie von Anfang an! Das rät (nicht nur) Politologie-Professor Eckhard Jesse von der TU Chemnitz in seinem Leitfaden „Mit Leidenschaft und Pragmatismus zur Dissertation“ vor allem allen Geisteswissenschaftler*innen eindringlich: „Wer liest und liest, sammelt und sammelt, recherchiert und recherchiert, kommt nicht ans Ziel. Bei aufgeschobener Schreibarbeit ist es unvermeidlich, das Gelesene erneut heranzuziehen. Wer frühzeitig Texte eingibt (…) und regelmäßig dabeibleibt, gelangt eher ans ersehnte Ziel.“ Aber auch für Naturwissenschaftler*innen empfiehlt es sich, Aufzeichnungen der Experimente kontinuierlich publikationsfähig auszuwerten und aufzuarbeiten, damit man später nicht vor einem Wust an Primärdaten steht. (Allerdings kann es freilich gerade in den Naturwissenschaften passieren, dass z.B. von der Frühphase der Etablierung der Experimente kaum mehr etwas in der eigentlichen Publikation auftaucht.)

  • Legen Sie – wenn möglich – feste Arbeitszeiten und einen strukturierten Ablauf Ihrer Arbeitswoche fest. Versuchen Sie, dabei auch genügend Freizeitausgleich einzuplanen, damit Sie regelmäßig neue Kraft tanken können.
  • Legen Sie die Gliederung Ihrer Arbeit zu Beginn fest, arbeiten Sie sich sukzessive vor und planen Sie dabei Etappenziele ein (siehe auch Punkt 24). So generieren Sie Schritt für Schritt kleine Erfolge, was Sie immer wieder neu motivieren kann. Schreiben Sie Ihre Gedanken und Teilergebnisse nieder! Auch wenn nicht immer die ganz große Erkenntnis dabei ist, können Sie das Geschriebene später noch weiter bearbeiten oder in ein anderes Kapitel kopieren.

Motivationstiefs, Schreibblockaden und Ängste hat jede*r Doktorand*in beim Mammutprojekt Promotion. Vernetzen Sie sich daher frühzeitig mit anderen Promovierenden an Ihrer Fakultät oder in Ihrem Fachbereich, suchen Sie regelmäßig den Austausch und machen Sie sich gegenseitig Mut – auch über Plattformen wie das „Doktorandenforum“. Zudem können Blogs von Promovierten, wie zum Beispiel „Die Promotionsheldin“, hilfreiche Tipps liefern.

Zu Ende bringen – Das Finale

Wenn die Forschungsarbeit abgeschlossen, die angestrebten Ergebnisse erzielt und die neuen Erkenntnisse in der Dissertation verfasst wurden (kumulativ oder als Monografie, siehe Punkt 23), muss die Doktorarbeit bei der Fakultät zur Begutachtung eingereicht werden. Gleichzeitig wird das Promotionsverfahren eröffnet und ein Antrag auf Zulassung zur Promotionsprüfung gestellt. Welche Unterlagen und Voraussetzungen für die Zulassung zum Promotionsverfahren notwendig sind, erfahren Sie in der jeweils geltenden Promotionsordnung (Punkt 18) und bei den Ansprechpersonen für Promotionen an der promotionsführenden Einrichtung (z.B. Graduiertenzentrum oder Promotionsbüro).

Über Annahme der Promotion, Zulassung zur Promotionsprüfung und Zusammensetzung der Prüfungskommission entscheidet der Promotionsausschuss der Fakultät, dem zumeist der Dekan und u.a. Fakultätsmitglieder angehören. Der Promotionsausschuss stellt sicher, dass alle in der Promotionsordnung aufgeführten Anforderung erfüllt wurden.

Die Begutachtung der Dissertation erfolgt durch mindestens zwei Gutachter*innen, wobei ein*e Gutachter*in Professor*in in der promotionsführenden Fakultät sein muss. Die Betreuungspersonen kann ebenfalls als Gutachter*in bestellt werden. Für eine exzellente Bewertung mit Summa Cum Laude muss außerdem oftmals ein externes Gutachten eingeholt werden. Die Dissertation wird zudem im Dekanat der Fakultät ausgelegt, um Stellungnahmen von Fakultätsangehörigen zu ermöglichen.

Wurden in der Begutachtung Mängel in der Dissertation festgestellt, gibt es einmalig die Gelegenheit zur Überarbeitung. Erfolgt die Verbesserung der Promotion nicht zur Zufriedenheit der Gutachter*innen, wird die Dissertation ggf. abgelehnt und das Promotionsverfahren als „nicht bestanden“ geschlossen.

Bei positiver Begutachtung steht im weiteren Verlauf des Promotionsverfahrens die mündliche Prüfung (Verteidigung Punkt 30) an, welche durch die Promotionskommission durchgeführt wird. Hier müssen vertieftes Fachwissen und wissenschaftliches Denkvermögen bewiesen werden. Es gibt verschiedene Formen dieser mündlichen Prüfung: Rigorosum, Disputation oder Kolloquium. Die Art der Prüfung ist meist in der Promotionsordnung festgelegt.

Die Bewertung der Promotionsprüfung fließt in die Gesamtwertung der Promotionsarbeit ein und kann bei negativem Ergebnis ggf. einmal wiederholt werden.

Nach erfolgreich bestandener Promotionsprüfung muss die Promotion noch veröffentlicht werden, erst danach wird die Promotionsurkunde ausgestellt (dies kann auch bereits Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung sein, dann wird die Urkunde direkt im Anschluss an die Prüfung überreicht). Erst mit Erhalt der Urkunde können Sie die erlangte Doktorwürde und den Doktortitel offiziell verwenden.

Das Promotionsverfahren endet mit einer mündlichen Prüfung vor einer Kommission. Den genauen Ablauf der mündlichen Prüfung können Sie in der für Sie geltenden Promotionsordnung (Punkt 18) nachlesen; dort ist das Verfahren verbindlich festgelegt. Diese Möglichkeiten gibt es grundsätzlich:

Bei einer Disputation präsentiert der/die Promovend*in zunächst die eigene Forschungsarbeit, Methoden und Ergebnisse, um sich in der anschließenden Diskussion den Fragen und der Kritik der Prüfer*innen zu stellen. Im Rigorosum hingegen prüft die Kommission das Fachwissen, der/die Doktorand*in sich im Laufe des Studiums angeeignet hat. Das Kolloquium wiederum vereint diese beiden Elemente: Zunächst stellt der/die Promovend*in seine Arbeit vor, danach wird noch über verschiedene Themen diskutiert.

Für Ihren Vortrag können Sie bereits während der Promotionszeit üben, wenn Sie die Doktorand*innen-Seminare Ihrer Betreuer*innen besuchen. Dort können Sie regelmäßig die Ergebnisse Ihrer Arbeit vorstellen und müssen auch die Fragen anderer Doktorand*innen beantworten. Es empfiehlt sich auch, den Vortrag vor Fachfremden zu üben, die oft vermeintlich einfach zu beantwortende oder überraschende Fragen stellen, die bei der Vorbereitung helfen. Zudem können Sie die Verteidigungen anderer Promovierender besuchen, die öffentlich stattfinden, um ein Gefühl für die Situation zu erhalten.

Und was kommt nach der Promotion?

Nach Abschluss der Promotion stehen Ihnen eine Vielzahl von Karrierewegen offen. Es empfiehlt sich bereits in der Schlussphase der Promotion dieses Thema anzugehen.

Das Bayerische Wissenschaftsforum unterstützt Sie dabei und informiert Sie ausführlich zu diesem Thema: Am 28./29. September 2021 finden digital die BayWISS-Karrieretage statt, die sich mit vier Berufswegen beschäftigen: Wissenschaftliche Karriere, Industrie, Öffentlicher Sektor und Gründung/Start-Up. Dabei werden auch BayWISS-Alumni aus Ihren Erfahrungen mit Jobsuche, Bewerbungsphase und Einstieg ins Berufsleben berichten. Mehr dazu in Kürze auf baywiss.de.

Wertvolle Informationen finden Sie auch im Promotionsratgeber der Seite Academics.

Ist Ihnen der Berufseinstieg gelungen und können Sie zusätzlich zur Promotion mehrere Jahre Berufserfahrung vorweisen...

...steht Ihnen übrigens auch der Weg zu einer HAW-Professur offen, eine Habilitation ist dafür nicht nötig. Insbesondere interessierte Frauen erhalten dazu ausführliche Informationen auf der Seite der LaKoF und speziell zu der LaKoF-Kampagne „Werde Professor*in!“

 

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